ErwerbsminderungsrentepluszusätzlicheGrundsicherung

Nach meiner Fortbildung zur Kulturmanagerin rechnete ich mit einem dauerhaften und gut bezahlten Job. 
Stattdessen landete ich als qualifizierte Kulturmanagerin in mehreren sog. 1-Euro-Jobs, die bei mir unweigerlich zum Burnout führten.

2009 musste ich Erwerbsminderungsrente beantragen.

Innerhalb weniger Jahre beantragten viele überlebende Frauen aus meinem Selbsthilfeumfeld ebenfalls Erwerbsminderungsrente. 

Deutschland wurde zum Niedriglohnland gemacht, in den Medien hörte ich immer wieder von zunehmendem psychischen Stress bei Erwerbstätigen und extrem miesen Arbeitsbedingungen.

Armut ist ein Gefängnis

Immer öfter höre ich von Betroffenen, die trotz Anspruch auf zusätzliche Grundsicherung verzichten, weil ihnen das Amt Angst macht.

Potenzial zur Verelendung und Vernachlässigung

Kein Geld fürs Café, kaputte Waschmaschine ersetzen, Brille kaufen, Zahnarztversicherung, Klamotten, Schuhe, Kino, Urlaub. 
Als ich einen Unfall hatte und operiert werden musste, verlor ich fast meine gesamten Ersparnisse – die ich für meine Existenzsicherung gebraucht hätte.

Warum konnte ich mich auf dem „Arbeitsmarkt“ nicht durchsetzen? Wie dumm war ich, mich trotz Qualifizierung auf einen sog. „1-Euro-Job“ einzulassen, um der Arbeitslosigkeit zu entkommen. Eine Freundin bezeichnete diesen Job als Sklaverei.

Warum habe ich mich im Berufsleben finanziell über den Tisch ziehen lassen. Wieso habe ich die Mechanismen der finanzielle Ausbeutung und Abzocke nicht erkannt. 

Ich könnte mich genauso gut fragen, warum ich als Mädchen geboren und  Opfer männlich tradierter Gewalt und Ausbeutung wurde. Und warum wurde diese Gewalt und Ausbeutung von allen Seiten unter den Teppich gekehrt.

Warum wurde der Täter nicht zur Rechenschaft gezogen und ich über meine Grundrechte aufgeklärt. 

Art 2 GG: Jeder hat das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit. Die Freiheit der Person ist unverletzlich… 

 

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